Zeitstrahl

Mit der Grundsteinlegung für die Wagenhalle in der Oberesslinger Straße begann am 16. November 1911 die Geschichte der "Eßlinger Städtischen Straßenbahn".

1911 - 1949

Die erste Linie fuhr am 24. Mai 1912 von Oberesslingen nach Obertürkheim. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs gingen die Fahrgastzahlen zurück. Wegen Materialmangels musste die Stadtlinie schließlich stillgelegt werden. Erst 1917 konnten die Gleis- und Fahrleitungen wieder instand gesetzt werden.
  
In den zwanziger Jahren entstanden vor allem in der Industrie neue Arbeitsplätze. Das bedeutete auch für die Esslinger Straßenbahnen mehr Fahrgäste. Es mussten neue und größere Wagen angeschafft werden. Nach einem Einbruch zu Beginn der dreißiger Jahre erlebte die Straßenbahn bis zum Zweiten Weltkrieg eine Blütezeit.

  • 16. November 1911 | Grundsteinlegung für die Wagenhalle in der Oberesslinger Straße.
  • 24. Mai 1912 | Die erste Straßenbahnlinie Esslingens wird eingeweiht.
  • 2. Juli 1912 | Eröffnung der zweiten Linie vom Bahnhof zum Charlottenplatz
  • 1917 | Die Stadtlinie nimmt ihren Betrieb wieder auf, nachdem sie während des Kriegs einige Zeit stillgelegt werden musste.

Die meisten Anlagen wurden während des Zweiten Weltkriegs zerstört und konnten nicht repariert werden. Die Idee, Obusse einzusetzen, war bereits vor dem Krieg entstanden, dann aber zunächst nicht umgesetzt worden. Angesichts der großen Kriegsschäden wurde 1943 entschieden, die Straßenbahn völlig durch Obusse zu ersetzen.

Noch während des Kriegs, am 7. Juli 1944, stellte die Esslinger Straßenbahn ihren Betrieb ein. Esslingen wurde die erste Stadt in Württemberg, die Obusse einsetzte. Zu Beginn bestand der Fuhrpark aus zehn Motorwagen und vier Anhängern. Die ersten Obusse konnten nur innerhalb des Oberleitungsnetzes fahren. Wollten die Fahrgäste weiterfahren, mussten sie umsteigen. Da die Fahrleitungsanlagen sehr teuer waren, wurden nur stark befahrene Strecken mit Oberleitungen ausgestattet.

1950 - 1959

Am 1. Januar 1951 wurde der Städtische Verkehrsbetrieb Esslingen (SVE) gegründet. Im Jahr zuvor war der seit 1911 bestehende Gesellschaftsvertrag mit der Stuttgarter Straßenbahnen AG gekündigt worden. 1952 fuhren bereits 24 Wagen unter SVE-Flagge. Zehn Jahre später, im Jahr des 50-jährigen Jubiläums der Esslinger Straßenbahnen, 1962, beförderte der SVE täglich 30.000 Fahrgäste und legte mit seinen Fahrzeugen im selben Jahr 1,5 Millionen Kilometer zurück. Die Anhänger wurden 1960 verboten. Deshalb mussten größere Obusse gekauft werden, die bis zu 100 Fahrgäste transportieren konnten.

  • 31. Dezember 1950 | Kündigung des Gesellschaftsvertrags mit der Stuttgarter Straßenbahn AG.
  • 1951 | Gründung des Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen (SVE) als Eigenbetrieb der Stadt Esslingen
  • 1952 | Neubau einer Obus- und Omnibushalle für 24 Wagen. Der erste Obus,  Fabrikat Uerdingen, wird in Betrieb genommen. Bis 1956 werden weitere vier gekauft.
  • 1953 | Die Stadtteile Gartenstadt und Pliensauvorstadt werden mit Kraftomnibussen der Linie 3 ans Liniennetz angeschlossen
  • 1954 | Für die Linie 3 werden drei weitere Omnibus-Anhänger gekauft.
  • 1957 | Die Omnibuslinie 4 ins Industriegelände Neckarwiesen wird eröffnet.
  • 1959 | Die Linie 5 nach Hedelfingen wird in Betrieb genommen. Drei weitere Omnibusse werden gekauft.

1960 - 1969

1964 wurden die ersten Dieselomnibusse angeschafft. Ab 1968 konnten die Fahrgäste mit einem einheitlichen Fahrschein alle Linien der sechs in Esslingen tätigen Verkehrsunternehmen nutzen. Der schaffnerlose Betrieb wurde 1969 auf allen Linien eingeführt.

  • 1961 | Verlängerung des Obusstreckennetzes nach Oberesslingen-Lerchenäcker.
  • 1962 | 50-jähriges Jubiläum Der SVE verfügt über 18 Obustriebwagen 12 Kraftomnibusse 8 Anhänger 1 Oberleitungstrumtriebwagen 1 Lieferwagen Das gesamte Streckennetz umfasst 22,4 Kilometer, davon 8,2 für den Obusbetrieb und  14,2 für den Kraftomnibusbetrieb. 30.000 Fahrgäste werden täglich befördert und 1,5  Millionen Kilometer im Jahr zurückgelegt.
  • 1964 | Die Omnibuslinie 4 vom Bahnhof Esslingen-Schillerplatz zum Industriegelände wird in  Betrieb genommen.
  • 1967 | Ausbau der Linie 3 über den Hasenrainweg zum neuen Krankenhaus in der Hirschlandstraße. Erstmals gibt es Außenreklame an den Fahrzeugen.
  • 1968 | Ein einheitlicher Einzelfahrschein wird eingeführt. Er ermöglicht das Benutzen sämtlicher Linien aller sechs in Esslingen tätigen Verkehrsunternehmen. Die Omnibuslinie 3 K von Esslingen-Weil über die neue Weilstraße bis Bahnhof Esslingen wird in Betrieb genommen. Kurz darauf folgt die Omnibuslinie 4, die die Röntgenstraße anfährt.
  • 1969 | Der schaffnerlose Betrieb wird auf allen Linien eingeführt.

1970 - 1989

Mitte der siebziger Jahre wurden im Rahmen eines Forschungsvorhabens des Bundesministeriums für Forschung und Technologie so genannte DUO-Busse entwickelt. Sie konnten je nach Bedarf mit Strom aus der Oberleitung oder mit einem eingebauten Batteriesatz fahren. Damit konnten die Obusse auch außerhalb des  Oberleitungsnetzes bis in die Vororte eingesetzt werden, ohne dass die Fahrgäste umsteigen mussten. Schon bald aber zeigte sich, dass der Batteriebetrieb der Obusse zu teuer war. Die nächste Generation wurde deshalb mit Dieselmotoren ausgestattet.

Der Kooperationsvertrag mit dem Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) 1982 vereinfachte die Tarifstruktur für die Fahrgäste erheblich.

  • 1971 | Die ersten Schüler im Schulbusverkehr werden befördert.
  • 1975 | Im Rahmen des BMFT-Forschungsvorhabens DUO-Bus Esslingen erhält Esslingen den ersten Duo-Bus. Er erlaubt den Wechsel von Oberleitung auf Dieselbetrieb und kann so auch außerhalb des Oberleitungsnetzes fahren.
  • 1978 | Die Verbindungen Esslingen-Nellingen-Denkendorf, Esslingen-Nellingen und Esslingen- Denkendorf werden neu aufgenommen.
  • 1982 | Kooperationsvertrag mit dem Verkehrsverbund Stuttgart für eine Verbundstufe.
  • 1984 | Der Betriebshof in der Heilbronner Straße wird bezogen.
  • 1987 | Der neue Betriebshof wird fertiggestellt.

1993 wurde das gesamte Tarifsystem in das System des VVS integriert. Heute fahren in Esslingen die  neuesten Obusse: die mit Drehstromtraktionsantrieb ausgestatteten Trolleys. Die ersten als Niederflurbusse konzipierten Trolleys wurden 1999 in Betrieb genommen und 2002 die ersten Niederflurgelenkbusse. Diese  verfügen über 44 Sitz- und 100 Stehplätze. Bis Ende 2002 wurden insgesamt neun Busse dieses Typs  gekauft. Damit umfasst der Fuhrpark des SVE zurzeit 41 Fahrzeuge.

1990 - 2006

  • 1993 | Die Fahrtarife des SVE werden vollständig in den Tarifverbund des VVS integriert.
  • 1994 | 50-jähriges Bestehen der Obusse..
  • 1999 | Die ersten Niederflurbusse werden eingesetzt.
  • 2002 | Die ersten Niederflur-Gelenkobusse nehmen ihren Betrieb auf.
  • 31. Mai 2002 | Seit einigen Wochen ziert das neue SVE-Logo die Front von Dieselbus 105.  Mehrere Citaros haben das Logo in den Farben der Stadt Esslingen bereits  anstatt des gold-schwarzen Stadtwappens mit dem Reichsadler unterhalb des Fahrerseitenfensters erhalten. Letztendlich sollen die Wagen 101-107 und 210-218 derart beschriftet werden.
  • 19. Januar 2003 | Die Duo-Busse 315 und 316 sowie der Obus 205 wurden abgemeldet. Der  Fuhrpark umfasst neben Dieselbussen nun 9 Niederflur-Gelenkobusse und 10 Duo-Busse. Die Anzahl der elektrisch fahrbaren Busse hat sich seit dem Jahr  2000 nicht verändert. Den Höchststand erreichte sie 1994/95 mit 23 elektrisch fahrbaren Linienomnibussen.
  • 12. November 2004 | Ende Oktober sind fünf neue Citaro-Omnibusse angeliefert worden. Es handelt sich um drei Standardbusse (013-015) und zwei Gelenkwagen  (110-111). Sie sollen zwei der ältesten O 405 GTD (320, 321) und drei O 405 (022-024) ersetzen.
  • 16. September 2006 | An diesem Wochenende werden die letzten Vorbereitungen zur  Verkehrsführung auf der neuen Trasse der Neckarstraße getroffen. Die bereits provisorisch verlegten Fahrdrähte müssen an das bestehende Netz angeschlossen werden. Die Fahrdrähte entlang der bisher genutzten Spuren werden demontiert. In diesem Zeitraum werden deshalb keine O-Busse  eingesetzt.
  • 14. Dezember 2006 | 4 neue Dieselbusse werden vom Hersteller MAN abgeholt. Es handelt sich um drei Gelenkbusse A 23 (114-116) und einen Standardbus A 21 (016). Dies ist die erste Indienststellung von MAN-Bussen beim SVE nach mehr als 40 Jahren. Die neuen Busse ersetzen den O 405 Nr. 025, sowie die Duo-Busse O 405 GTD 324, 325 und 326.
  • 23. Dezember 2006 | Beim Wettbewerb der Deutschen Umwelthilfe gewinnt Esslingen den ersten  Platz in der Teilnehmerklasse von 20.000-100.000 Einwohnern. Einen  besonders positiven Eindruck gewann die Jury vom öffentlichen Nahverkehr.  Dies wurde auch in einem Presseartikel in der Eßlinger Zeitung hervorgehoben.

2012: 100 Jahre SVE

Vom 20. –24. Juni 2012 feierte der SVE Ihr 100-jähriges Jubiläum mit drei Festakten: Einem internationaler Elektromobilitätskongress für die Fachwelt, einem Event für Politik und Wirtschaft und schließlich einem Wochenende für die gesamte Öffentlichkeit.

  • Internationaler Elektromobilitätskongress
    Unter der Schirmherrschaft von Winfried Hermann, Minister für Verkehr und Infrastruktur des Landes Baden-Württembergs, der in seinem Vortrag „Elektromobilität und nachhaltige Verkehrspolitik“ den O-Bus befürwortet, lud Werkleiter Mickaél Pandion hochrangige Redner ein, die die aktuellsten Themen zur Elektromobilität im Nahverkehr vortrugen.

    Vorträge, wie z.B. „O-Bus-Netze: Trends und Perspektiven“, „Kostenvergleich Hybrid-, O-Bus und Batteriebus“ oder „Infrastruktur und Betrieb durch automatisches An- und Abdrahten“ waren exzellent an den SVE angepasst. Denn die Busentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs wird auch in Zukunft in Richtung O-Bus gehen.
  • Politik trifft Wirtschaft
    Oberbürgermeister Dr. Jürgen Zieger lud Gäste aus Politik und Wirtschaft auf das SVE-Betriebsgelände zur Elektrobusausstellung ein. Beim SVE vor Ort konnte man sich über die neuste Technik, die der Europäische Markt in Sachen Elektromobilität zu bieten hat. Bundes- und Landtagsabgeordnete, der Präsident des Verbandes Region Stuttgart, UITP-International Association of Public Transport Generalsekretär und weitere hohe Funktionäre konntendie neuesten Hybrid-, Batterie- und O-Bus-Typen begutachten und sich direkt mit den namhaften Herstellern von Mercedes (D), Solaris (PL), Hess (CH), Van Hool(B), MAN (D), pvi (F), SOR (CZ), Göppel (D), Viseon (D) und Volvo (S) unterhalten. Es wurde mit den Elektrobussen Probe gefahren und in den Pausen Informationen ausgetauscht. 
     
    Dazu stellten Getriebehersteller „Voith“ und „ZF“, Oberleitungsbaufirmen „Kummler+Matter“ und„GA Energieanlage Süd“, Elektronikhersteller „Vossloh-Kiepe“ und „Cegelec“, Fahrgastzählsystem „UVT“, Druckerhersteller „ATRON“, GPS-Busortung „Em Test“ in der Bushalle ihreneuesten Produkte vor. 
     
    Parallel dazu trugen der Modelleisenbahn-Club Esslingen, das Obus-Museum-Solingen, die Stuttgarter Historischen Straßenbahnen und TrolleyPlus zur abwechslungsreichenoptischen Darbietung bei.
  • Tag der offenen Tür
    Der festliche Abschluss fand auf dem Betriebsgelände und dem Marktplatz statt. Während endlich auch dem breiten Publikum die Neuheiten beim SVE zugänglich gemacht wurden, waren parallel auf dem Marktplatz 11 Oldtimerbusse und SVE-Partner, wie Verkehrsverbund Stuttgart, Kreissparkasse Esslingen, Reifen Reiff, Energiezentrum Esslingen, Stadtwerke Esslingen, Verkehrsclub Deutschland / Carsharing, Energie Baden-Württemberg, Esslinger Zeitung mit ihren Ständen zu sehen und auch Mercedes Benz mit den Elektro-Pkw’s. Musikvereine aus Esslingen (Musikverein Berkheim, Musikverein Liebersbronn, Musikverein Wäldenbronn und die Stadtkapelle Esslingen) untermalten mit großartiger Unterhaltung das bunte Programm und für die Kleinen war eine Hüpfburg der KSK und das Spielmobil vor Ort.
     
    Pünktlich zum Jubiläum eröffnete auch die Ausstellung „100 Jahre Nahverkehr“ im Stadtmuseumim Gelben Haus. Druckfrisch wurde dort auch das Jubiläumsbuch 100 Jahre SVE „Wir fahren für Esslingen“ präsentiert.

    Aus Anlass des Jubiläums fand Freitag- und Samstagnacht von 0.00 bis2.30 Uhr ein kostenloser Nachtverkehr in Esslingen und den umliegenden Nachbarorten statt, da gleichzeitig die Europameisterschaft war, wurde er teilweise sehr stark angenommen.

    Zusammen mit dem Schul- und Sportamt fand in der Schelztorsporthalle ein Kampfsporttag unter dem Motto „Fair im Ring – Fair im Bus“, unter anderem mit dem 3-fachen K1-Kickboxweltmeister Remy Bonjasky, Kickboxer Danyo Ilunga, Abteilung Shotokan Karate Esslingen (Turnerschaft Esslingen), Boxer Igor Teziev und dem Judoka René Schneider statt. Der Abschluss wurde am Sonntag mit einer Busparade vom Marktplatz um den Stadtkern durch den Esslinger Bahnhof gekrönt.
  • Erfolgsbilanz
    Mit zwei Fernsehbeiträgen, zwei Radioberichten, zahlreichen Beiträgen in der Fachpresse, der regionalen Presse, so wie vielen Besuchern war das Jubiläum ein voller Erfolg für den SVE und die Stadt Esslingen am Neckar.
     
    „In der Nachbetrachtung bin ich überrascht, dass alles ohne einen einzigen Zwischenfall geklappt hat. Meine Mitarbeiter haben hier Großes geleistet. Von den städtischen Ämtern und unseren Partnern wurden wir ebenfalls sehr gut unterstützt.“ zieht Werkleiter Mickaél Pandion sein Resumée. Denn organisatorisch war schweißtreibend viel zu stemmen.

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SVE - Städtischer Verkehrsbetrieb
Esslingen am Neckar
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